Pflanzenproduktion

Auf unseren Feldern bauen wir, die für unsere Region typischen Feldfrüchte an. Dazu gehören Winterweizen, Wintergerste, Winterraps, Winterroggen, Mais und Zuckerrüben. Auch Leguminosen erlangen wieder ihre Anbauberechtigung unter dem Zeichen der Agrarreform. Unser Ertragsniveau wird sehr im Wesentlichen von der Niederschlagsverteilung und von den Bedingungen schneearmer Winter bei örtlichen Temperaturen von weniger als -20°C bestimmt.

Nach einem Amerikabesuch des Geschäftsführers im Jahr 1996, organisiert durch die Firma Horsch, gab es eine grundlegende Umstellung in der Bodenbearbeitung. Ab dem Herbst 1996 sind bis heute nur insgesamt 150ha in all den Jahren noch gepflügt worden. Es erfolgte somit eine fast 100% Umstellung auf die nicht wendende Bodenbearbeitung. Diese Änderung der Flächen bewirtschaftungsweise erzeugte natürlich zunächst bei unseren Mitarbeitern der PROHAD, aber auch bei den Verpächtern einen Aufschrei.

Sahen bis dahin die Felder recht ordentlich aus und befand sich die aufgelaufene Saat wie die Soldaten in einer Reihe, zeigt sich der Boden durch die konservierende Bodenbearbeitung doch ziemlich durcheinander. Viele organische Reste der Vorfrucht bleiben an der Oberfläche und stellen somit ein gewöhnungsbedürftiges Bild dar. Aber auch im Ackerbau gilt, nicht auf das Aussehen kommt es an, der Inhalt, der Sinn und der Effekt sind doch maßgeblicher.

Neben einer deutlichen Erhöhung der Aktivitäten der Bodenlebewesen konnten wir aber auch feststellen, dass wir bei einsetzenden Regen länger auf den Feldern arbeiten können und danach die Äcker wieder früher befahrbar sind. Niederschläge werden sehr gut vom Boden aufgenommen. Außerdem konnten durch das Nichtpflügen die Gefahr einer Wind- und Wassererosion deutlich minimiert werden.

Durch die Anreicherung von organischem Material im Oberboden traten wir auch gleichzeitig einer Verschlämmung und Verkrustung nach Starkniederschlagsereignissen entgegen.

Ein unerwarteter Nebeneffekt trat außerdem mit der nicht wendenden Bodenbearbeitung ein. Der Wildschaden verringerte sich deutlich, da ja zum Beispiel Mais- oder Zuckerrübenreste nach der Ernte mehr oder weniger an der Oberfläche verbleiben.

In unterschiedlichen Bearbeitungstiefen wird der Boden, immer bezogen auf die Ansprüche der nachfolgend anzubauenden Kultur, bearbeitet. Zusätzlich erfolgt aber periodisch im Sommer nach der Aberntung der Vorfrucht eine Tiefenlockerung. Dabei wird der Boden 35 – 40 cm tief bearbeitet.

Bei andauernder nichtwendender Bodenbearbeitung kann es aber durchaus auch zu einer Ungrasanreicherung auf den Feldern, meistens vom Rand oder aus Straßengräben, kommen. Dann sind Maßnahmen der Feldrandhygiene unbedingt notwendig. Um das Problem zu minimieren wird ein Randstreifen auf allen Mähdruschflächen abgemulcht. Trotzdem kann es vorkommen, dass gerade die Trespe oder der Ackerfuchsschwanz Probleme durch ihr massenhaftes Auftreten verursachen. Um dem entgegenzuwirken setzen wir als Ausnahme im Vorgewende den Pflug ein um das Problem wieder in den Griff zu bekommen. Das 19. Jahr der pfluglosen Bodenbearbeitung beginnt in wenigen Wochen und wir werden es weiterhin so beibehalten.

Die Problematik, den Pflug in der Bodenbearbeitung weg zulassen, beginnt immer zuerst im Kopf der Verantwortlichen. Man muss ein Risiko eingehen wollen und bereit sein, zu experimentieren. Auch wir haben uns nicht gleich für die richtige Technik entschieden und auch Fehler gemacht. Das alles ist ein Lernprozess, der uns aber letztendlich auf den für uns richtigen Weg gebracht hat, mit geringerem technischen Aufwand in kürzerer Zeit zunächst gleich viel und später, wettererlaubend, mehr zu produzieren. Wettererlaubend deshalb, da auch die pfluglose Bodenbearbeitung die Auswirkungen von extremen Niederschlägen oder Starkfrösten bei nicht vorhandenem Schnee nicht verhindern kann.

Ein ausgewogenes Nährstoffmanagement, ausgerichtet am Bedarf bzw. dem Entzug durch die Erträge führte in den letzten Jahren, auch begünstigt durch „landwirtschaftsfreundliches Wetter“( immer Regen, wenn der Bedarf entstand ) zu einer deutlichen Ertragssteigerung, mitunter auch begleitet von guten Vermarktungspreisen.

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